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Das Kaninchen

Kaninchen sind keine Nagetiere

Oft werden unsere Hauskaninchen fälschlicherweise den Nagetieren zugeordnet. Zwar haben Kaninchen Ähnlichkeit mit Hamster, Mäusen, Ratten oder Meerschweinchen, wie z.B. die Schneidezähne und den Drang zu nagen, aber in Wirklichkeit gehören die Kaninchen zu den Hasenartigen. Im Gebiss gibt es aber auch einen großen Unterschied zwischen den Hasenartigen und den Nagetieren: Hasenartige haben noch hinter den Schneidezähne Stiftzähne, die den Nagetieren fehlen. Dazu entwickeln sich seit etwa 70 Mio. Jahren Nagetiere und Hasenartige unterschiedlich.

Der Name Kaninchen

Das Hauskaninchen stammt vom europäischen Wildkaninchen ab, welches ursprünglich aus Spanien stammt. Der wissenschaftliche Name für die Kaninchen lautet Oryctolagus cuniculus. Das heißt übersetzt "unterirdisch Gänge grabender Hase".

oryttein (griechisch) = "graben"; lagos (griechisch) = "Hase" und cuniculus (lateinisch) "unterirdischer Gang"

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Der Unterschied Hasen und Kaninchen

Gerne sagen Kaninchenhalter, dass sie Stallhasen halten oder auch Häsinnen haben. Doch das ist ein großer Irrtum. Alle betitelten Hasen in Zucht oder Haltung sind Kaninchen. Hasen gehören auch zu einer ganz anderen Familie als die Hauskaninchen. Sie gehören nämlich zur Familie Lepus. Man kann aber auch viele Unterschiede zwischen Wildkaninchen, wovon unsere Hauskaninchen abstammen, und dem Feldhasen bei genauerem Hingucken finden:

Das fängt schon mit der Größe an. Ein Feldhase kann bis zu 75 cm lang werden und dabei etwa 6,5 kg wiegen. Das Wildkaninchen schafft es dagegen nur auf 50 cm Länge und ca. 2 kg. Die Gliedmaßen und auch die Ohren sind beim Feldhasen deutlich länger als beim Wildkaninchen. Der Feldhase hat zudem schwarze Spitzen an den Ohren und auch seine Blume, der Schwanz wird so genannt, ist ebenfalls schwarz. Am Bauch ist der Feldhase ganz weiß, während er auf dem Rükcen ein gold-braunes Fell trägt. Das Wildkaninchen hat dagegen ein rot-braunes Fell und ist am Bauch grau-weiß. Auch bei den Augen gibt es deutliche Unterschiede zwischen Wildkaninchen und Feldhasen: Die Iris ist bei dem Feldhasen deutlich heller.

Auch in der Lebensweise gibt es deutliche Unterschiede: Der Feldhase ist ein Einzelgänger, der nur zur Paarungszeit kleine Gruppen bildet. Das Wildkaninchen lebt dagegen dauerhaft in einer Kolonie, die aus vielen Kaninchenpaaren besteht. In diesen Kolonien gibt es auch klare Rangordnungen unter Weibchen und Männchen. Dazu buddelt das Kaninchen Höhlen, in denen es schläft und bei Gefahr hinein flüchtet. Der Feldhase buddelt keine Höhlen und lebt auch im Winter ohne schützende Höhle. Er buddelt sich dagegen eine Bodenmulde, die Sasse genannt wird. Bei Gefahr duckt er sich darin und hofft mit seiner guten Tarnung nicht gefunden zu werden. Kommt die Gefahr zu nah heran, sprintet er los. Er ist ein sehr guter Läufer und kann bis zu 70 km/h erreichen. Dies schafft er auch über längere Strecken, wogegen das Kaninchen nur ein Sprinter ist, der auf kurzen Strecken sehr schnell ist. Daher grasen Kaninchen auch immer in der Nähe Ihrer schützenden Höhlen, um bei Gefahr schnell in Ihrer Höhle zu sein. Der Feldhase ist zudem ein ehemaliges Steppentier, welches gewohnt ist in flachen Terrain mit wenig Unterschlupf zu leben. Das Kaninchen bevorzugt dagegen hügeliges Gebiet mit vielen Deckungsmöglichkeiten.

Auch beim Nachwuchs gibt es Unterschiede: Der Feldhase bringt nach ca. 42 Tagen Tragzeit 2 bis 3 Jungtiere zur Welt. Sie werden in der Sasse geboren und haben sofort ein Fellkleid und geöffnete Augen. Dazu können Sie laufen, so dass sie als Nestflüchter bezeichnet werden. Das Wildkaninchen bringt dagegen nach ca. 30 Tagen Tragzeit 5 bis 6 Jungtiere zur Welt. Diese sind noch blind, nackt und können nicht laufen. Sie werden daher als Nesthocker bezeichnet.

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